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23.10.2026 Espelkamp | Gesellschaft
Personen retten, Schläuche ausrollen, Wasser marsch: 76 Einsatzkräfte und 14 Fahrzeuge der Feuerwehr Espelkamp probten am 16. Oktober auf Schloss Benkhausen den Ernstfall. An der Großübung nahmen die Züge Mitte, West und Ost teil. Im Mittelpunkt stand die Rettung zweier eingeschlossener Personen sowie die Bekämpfung eines Vollbrandes unter anspruchsvollen Bedingungen.
Das Übungsszenario sah einen Vollbrand in der Küche des Schlosscafés „Die Rentei“ vor, der bereits in voller Ausdehnung stand und auf das angrenzende Deutsche Automatenmuseum übergegriffen hatte. Gleichzeitig waren zwei Personen im Obergeschoss eingeschlossen. Weil keine Drehleiter zur Verfügung stand, kamen Steckleitern zum Einsatz. So konnten die Kräfte den sicheren und koordinierten Umgang mit tragbaren Leitern trainieren.
Während ein Teil der Feuerwehrkräfte die Rettung der eingeschlossenen Personen übernahm, konzentrierten sich weitere Löschgruppen auf die Brandbekämpfung. Dabei wurde die Lage zunehmend komplexer: Ein kurzfristiger Ausfall der regulären Einsatzleitung, wie er bei parallelen Brandeinsätzen eintreten kann, war ebenfalls Teil des Szenarios. Die Zugführer mussten rasch die Leitung übernehmen, sich selbstständig abstimmen und ihr Vorgehen koordinieren, während zugleich insgesamt 14 Einsatzfahrzeuge rund um das Schloss zu organisieren waren.
„Das anspruchsvolle Szenario hat den Einsatzkräften einiges abverlangt. Die Zusammenarbeit der beteiligten Einheiten hat sehr gut funktioniert, was bei so einer Einsatzlage nicht selbstverständlich ist. Unter dem Strich konnten die eingeschlossenen Personen schnell gerettet und der Brand unmittelbar bekämpft werden“, erklärte Dirk Beste, Löschzugführer des Zuges West der Feuerwehr Espelkamp und Brandschutzbeauftragter der Merkur Group. Auf seine Initiative hin wurde die Großbrandübung auf der Schlossanlage abgehalten. Bei den Verantwortlichen von Schloss Benkhausen bedankte er sich für die Möglichkeit, das Gelände für die Übung nutzen zu können: „Ein solches Training ist eine gute Vorbereitung für den Ernstfall. Es hilft natürlich, wenn man die Gegebenheiten vor Ort kennt und beispielsweise weiß, wie die Räumlichkeiten angeordnet sind.“
Für Larissa Mattlage, Direktorin von Schloss Benkhausen, war es eine Selbstverständlichkeit, die ehrenamtlichen Feuerwehrleute zu unterstützen und das Training zu ermöglichen. „Wenn sich Menschen in ihrer Freizeit ehrenamtlich dafür engagieren, anderen zu helfen und im Zweifel sogar Leben retten, dann leisten wir gerne unseren Beitrag, um realistische Übungsbedingungen herzustellen“, erläuterte sie. Schließlich sei auch der verstorbene Schlossherr Paul Gauselmann ein großer Förderer der Feuerwehr gewesen. Im vergangenen Jahr wurde er mit der deutschen Feuerwehr-Ehrenmedaille ausgezeichnet – der höchsten Auszeichnung von Personen, die nicht dem aktiven Dienst der Feuerwehr angehören.
76 Beteiligte aus verschiedenen Einheiten bekamen die Gelegenheit, unter realistischen Bedingungen ihre Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsame Abläufe zu trainieren. Neben der Brandbekämpfung standen dabei insbesondere die schnelle Rettung zweier Personen, das koordinierte Abrufen von Fahrzeugen, die Abstimmung an der Einsatzstelle mit Funkkonzepten und Kommunikationsstrukturen und die Wasserversorgung im Fokus.