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23.08.2023 Espelkamp | Gesellschaft

Espelkamp bekommt eine neue Kita

Diese wird privat finanziert

Die Espelkamper Innenstadt bekommt eine neue Kindertagesstätte. Das Gebäude entsteht am Hindenburgring und wird drei Gruppen Platz bieten. Die Gesamtkosten liegen bei rund 2,8 Millionen Euro und werden vom Unternehmerehepaar Paul und Karin Gauselmann finanziert. Für das Vorhaben gaben die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses im Kreis Minden-Lübbecke nun grünes Licht. Da der Landkreis für die Bereitstellung von ausreichend Kita-Plätzen in Espelkamp zuständig ist, hatten die Politiker im Jugendhilfeausschuss das letzte Wort. Jetzt steht fest: Das Betreuungsangebot in Espelkamp wird mithilfe der großzügigen Unternehmer-Unterstützung von Paul und Karin Gauselmann erheblich erweitert.

„Ich bin sehr glücklich darüber, dass sich das Ehepaar Gauselmann in so außerordentlicher Weise einbringt und die Kinderbetreuung vor Ort so stark voranbringt. Dafür kann ich mich nur ganz herzlich bedanken“, würdigte Espelkamps Bürgermeister Dr. Henning Vieker das Engagement der beiden Ehrenbürger. Beim Thema Kita-Plätze in Espelkamp befanden sich der Kreis Minden-Lübbecke als zuständige Behörde und die Stadt als Standortkommune in der Zwickmühle: Auf der einen Seite reicht das vom Kreis bereitgestellte Betreuungsangebot nicht mehr aus, auf der anderen Seite waren sowohl der geringe finanzielle Handlungsspielraum als auch die Herausforderung, ein geeignetes Grundstück zu finden, große Hindernisse auf dem Weg zu einer guten Lösung. Der Ausweg sollte wieder ein Investoren-Modell sein.

Im Zuge seiner Unterstützung für die Kita „Rasselbande“ in Gestringen hatte Paul Gauselmann davon erfahren, dass es neben der dort zusätzlich entstehenden Gruppe noch weiteren Betreuungsbedarf in Espelkamp gibt. Um diesen zu decken, bräuchte es insgesamt sogar fünf neue Gruppen mit jeweils rund 20 Plätzen. Daraufhin erklärte sich der Unternehmer bereit, auch den Kita-Neubau am Hindenburgring zu finanzieren und so Räumlichkeiten für drei weitere neue Kita-Gruppen zur Verfügung zu stellen. „Ich denke immer wieder darüber nach, wie ich die Menschen in Espelkamp am Unternehmenserfolg teilhaben lassen kann“, erklärte Paul Gauselmann. „Es ist zwar eine Binsenweisheit, aber Kinder sind unsere Zukunft. Unseren Wohlstand werden wir nur erhalten können, wenn wir in unsere Kinder investieren und ihnen gute Entwicklungschancen bieten.“ Als er davon hörte, dass außer dem Geld auch das geeignete Grundstück fehlt, zögerte er nicht und bot sofort seine Hilfe an. Neben den 2,8 Millionen Euro wird auch das Grundstück am Hindenburgring nahe der Alten Gießerei, das dem Immobilienbereich der Gauselmann Gruppe gehört, zur Verfügung gestellt. Das Ehepaar Gauselmann investiert damit insgesamt etwa 5,6 Millionen Euro in die städtische Kinderbetreuung, einschließlich der Finanzierung des Kita-Ersatzneubaus in Gestringen über ihre eigene Stiftung.

Die Planungen für den Neubau am Hindenburgring sind bereits angelaufen. Mit den drei neuen Gruppen für verschiedene Altersstufen wird die neue Kita den Betreuungsbedarf im Stadtgebiet abdecken. Wie das Gebäude genau aussehen wird, steht noch nicht fest. Aktuell ist der Immobilienbereich der Gauselmann Gruppe, der den Bau federführend betreut, mit unterschiedlichen Generalunternehmern im Gespräch. Eine Massivbauweise kommt genauso in Betracht wie eine modulare Bauweise. Um die Ressourcen effektiv einzusetzen und ein hohes Tempo zu erzeugen, werden die Kita in Gestringen und die am Hindenburgring identisch geplant. Der erste Spatenstich soll noch im kommenden Jahr erfolgen. Die Fertigstellung ist für 2025 vorgesehen. Als Träger fungieren die Johanniter. „Wir freuen uns, dass sich die Ausschussmitglieder für uns entschieden haben. Das ist eine Bestätigung unserer guten Arbeit in Espelkamp“, erläuterte Christian Rehberg, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe Minden-Ravensberg.

Über eine vierte Gruppe am Hindenburgring, die als Betriebskita der Gauselmann Gruppe entstehen würde, wird aktuell ebenfalls nachgedacht. „Diese Option wird gerade geprüft. Grundsätzlich möchten wir als familienfreundliches Unternehmen natürlich auch Betreuungsmöglichkeiten für unsere Mitarbeiter anbieten“, erklärt Armin Gauselmann, Vorstand Personal und Immobilien der Gauselmann Gruppe. Dabei würde es sich um ein separates Gebäude handeln, das an die reguläre Kita angrenzt. Sollte der Bedarf dafür nicht ausreichend sein, könnten die Räumlichkeiten auch anderweitig – zum Beispiel im Rahmen einer Ferienbetreuung oder einer Tagespflege – genutzt werden.

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