-

19.04.2024 Espelkamp | Events | Gesellschaft

Alte Gießerei wird zum Tonstudio

Deutschlandfunk produziert Sendung „75 Jahre ,Flüchtlingsstadt‘ Espelkamp“

Der Deutschlandfunk hat eine rund eineinhalbstündige Sendung live in der Alten Gießerei aufgenommen. Das Thema: „75 Jahre ,Flüchtlingsstadt‘ Espelkamp – Vorbild für Integration heute?“ Moderatorin Bettina Köster beleuchtete das Thema von verschiedenen Seiten und hatte sich als Gesprächsteilnehmer neben Bürgermeister Dr. Henning Vieker auch Dr. Ewgeniy Kasakow (Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven), Dieter Gerecke (Direktor Bischof Hermann Kunst Schule), Günter Neumann (Espelkamper), Bettina Bradt (gebürtige Espelkamperin) sowie die Schüler Mariam Hassan, Bilal Shinwari und Jakob Reimer der Bischof-Hermann-Kunst-Schule eingeladen, die aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine stammen. Zugeschaltet war die Migrationsforscherin Dr. Sandra Morgenstern. Während draußen der Übertragungswagen des Deutschlandfunks stand, wurde drinnen die Sendung live produziert. Anlass war die Sonderausstellung des Deutschen Auswandererhauses, die von rund 2.000 Gästen besucht wurde und am 18. April endete.

Bürgermeister Henning Vieker erläuterte, dass Espelkamp in seiner 75-jährigen Geschichte Menschen aus zahlreichen Nationen eine neue Heimat gegeben hätte. „Wichtig ist das Miteinander und der gemeinsame Wunsch, sich etwas aufzubauen“, so das Stadtoberhaupt. Dr. Kasakow beleuchtete die Anfänge der Stadt und berichtete, dass man zunächst skeptisch gewesen sei, so viele Menschen mit unterschiedlicher Migrationsgeschichte an einem Ort unterzubringen. Doch letztendlich sei der Versuch geglückt – insbesondere auch deshalb, weil die Ankommenden Arbeit und Wohnungen fanden und dies die Integration erleichterte. Dass Espelkamp auch heutzutage immer wieder Menschen eine neue Heimat bietet, bewiesen die Ausführungen der drei Schüler. Sie seien froh, nach Ostwestfalen gekommen zu sein, hier zur Schule zu gehen und neue Freunde gefunden zu haben. Eine Rückkehr komme für sie derzeit nicht infrage. Viel lieber möchten sie sich in Deutschland etwas aufbauen und die ihnen gebotenen Chancen nutzen. Die Bischof Hermann Kunst Schule ist eine private Haupt- und Förderschule, die insbesondere Kinder mit Flüchtlingsgeschichte sprachlich so fördert, dass sie im deutschen Bildungssystem Fuß fassen können, um später beruflich erfolgreich zu sein. Die Wichtigkeit von Erfolgserlebnissen wurde auch von Migrationsexpertin Dr. Sandra Morgenstern betont.

Ähnliche Pressemitteilungen